Die Spiele sind eröffnet

06Nov2012

Viel Zeit ist vergangen und viel ist passiert... Nun werde ich mich zum letzten mal auf diesem Weg, bei euch melden... und wie ihr bestimmt auch schon wisst bin ich seit 3 Tagen wieder auf dem alten Kontinent. Zumindest physisch anwesend...
Um das ganze kurz zu halten werde ich noch die eindrucksvollsten Erlebnisse erzählen...den Rest gibt’s dann persönlich!

Nach einem mega hin und her mit meinem Visum...das ich für ganze 16 Tage beantragen musste und mich rund 200 $ gekostet hat...bin ich direkt von Quito nach Machala gereist. Endlich war es so weit... nach vielen Wochen der Vorbereitungen und Qualifikationsspielen sollten endlich die nationalen Paralympics statt finden.
Ehrlich gesagt hab ich mich schon gefreut, hab aber nicht viel erwartet und da Machala zu den gefährlichsten Städten Ecuadors gehört, hatte ich auch so meine Zweifel.
Dort angekommen hat sich das alles sehr schnell relativiert.
Machala ist nicht schön! Es gibt nichts zu sehen! Und ein Besuch lohnt sich definitiv nicht!
Dafür waren die „Olimpiadas Espesciales Ecuador“ um so beeindruckender!
Ich habe verplante, chaotische und improvisierte Spiele erwartet... Was ich gesehen habe war etwas ganz anderes!
Neben dem, dass es eine wirklich durch und durch beeindruckende Eröffnungsfeier gab, an der ich dem Vizepräsident begegnet bin, war es beeindruckend, dass ein Entwicklungsland der Drittenwelt so etwas überhaupt veranstaltet (gibt es das in Deutschland?), aber vor allem war es eine große Ehre die Sportler der Delegation von Manabí begleiten zu dürfen!

Die Jugendlichen haben ihr Zuhause noch nie für so lange verlassen und werden dann gleich mit einer Veranstaltung konfrontiert, deren Ausmaße gar nicht abzuschätzen sind. Zudem stehen sie plötzlich im Rampenlicht und müssen dann auch noch sportliche Leistungen bringen. Das ganz auch ohne die Eltern, da diese sich die Reise in den meisten Fällen gar nicht leisten konnten...WOW!

Das schönste aber! Mit wie viel Freude, Unbeschwertheit und Spaß die Jugendlichen das gemeistert haben!!
Que emoción!!! So richtig angekommen ist das bei mir immer noch nicht, dass ich wirklich daran Teil haben durfte.
Ergebnis: 3 mal Gold allein für „meine“ zwei Kinder!

Es sollte dann auch die letzte große Aufgabe sein die ich in meinem Praktikum begleiten durfte.
Eine Woche später hieß es nämlich schon Abschied nehmen.
Es war traurig, viele Tränen sind geflossen, ich habe viel tolle Menschen zurück gelassen und irgendwie ist ganz plötzlich ein Lebensabschnitt zu ende gegangen. Es wird viel Zeit vergehen bis ich vielleicht wieder kommen kann... und so wie ich es zurück lasse wird es nie mehr werden. Es ist etwas Unwiderrufliches... Trotz allem ist es auch immer etwas Besonderes wieder nach Hause zu kommen!
Ich werde alle vermissen die mich in der Zeit in Ecuador begleitet haben und mit denen ich so viel geteilt und erlebt habe! Hoffentlich kann ich bald wieder kommen und alle die mir ans Herz gewachsen sind noch einmal sehen!

Nach einem traumhaft schönen verlängerten Wochenende am Strand von Cojimies musste ich mich dann endgültig von Ecuador verabschieden. Voll getankt mit Sonne schwelge ich jetzt zuerst mal noch in Erinnerungen, versuche mich an die Kälte hier zu gewöhnen und genieße es meine Liebsten um mich zu haben!

Chaoito!

 

Las Olimpiadas Espesciales Ecuador

              

 Abschied aus Chone

In Cojimies

              

Abschied von Ecuador

    

 

was zum gucken...

06Okt2012

 

Puerto Lopez

da is irgendwo ein Walda ist ein  Buckelwal im Wasser ;)

 

Canoa:

Geburtstag:

Salinas:

Manta mit Konni

 

Chimbozaro:

Andere Länder andere Sitten

30Sept2012

Chone ist verrückt manchmal sehr anstrengend, touristisch absolut unattraktiv, staubig aber mittlerweile mein Zuhause hier in Ecuador geworden. So ganz langsam hab ich mich an die Art der Menschen dort gewöhnt und mich ein bisschen eingelebt. Dadurch dass ich die ersten Wochen immer wieder unterwegs war…hat das einleben etwas länger gedauert…

Aber mittlerweile hat die Seniora die für uns kocht und mit der wir zusammen in der Schule wohnen uns schon adoptiert und auch wir sind froh um diese absolut bewundernswerte gute Seele!

Was die Arbeit in Chone betrifft ist es sehr abwechslungsreich. Wir bekommen in unglaublich viele Projekte und Abläufe einen Einblick. So wurden wir die letzten Wochen zu Sekretärinnen abgradiert um sämtliche Listen und Pläne die das Ministerium für Bildung fordert zu erstellen. Leider hat die physiotherapeutische Arbeit darunter gelitten…aber das kommt die nächsten Wochen dann wieder. Nebenher liefen Vorbereitungen für eine Art Infotag für „ninos especiales“ und die Paralympics von Ecuador wofür sich drei unserer Kinder qualifiziert haben. Zudem haben wir begonnen die Kinder die über die Organisation „Ayuda Directa“ durch Patenschaften unterstützt werden zu besuchen. Und wenn dann grad mal ne freie Minute da ist, dann werden wir fleißig ganz Chone vorgestellt und mir werden immer wieder potenzielle Patienten zugeschoben, die unbedingt mal vorbei kommen wollen, es dann aber in den meisten Fällen doch nicht tun.

Das hört sich jetzt alles ziemlich viel an…ist es an manchen Tagen auch! Es ist aber nicht so als hätten wir nicht auch genügend Zeit hier und da mal ein Schwätzchen zu halten, zwischendurch mal karten zu spielen oder ausgiebig Mittagspause mit unglaublich gutem Essen zu machen.

Das Problem, und warum Chone manchmal auch furchtbar anstrengend ist, ist eher die hohe Ineffizienz mit der hier alles gemacht wird. Anstatt eine Sache mal fertig zu machen, werden 10 Sachen gleichzeitig gemacht, keiner weiß mehr wo vorne und hinten ist und zwischendrin wird viel Zeit verplempert… Es wird bei allem auch immer viel geschrien und diskutiert, vor allem aber auch unglaublich viel gelacht.

Die Fröhlichkeit der Menschen und das „Leben im Moment“ hier, macht viel Stress und Ärger wieder wett! Eine Lebensart die für mich ganz fremd ist und gleichzeitig auch sehr anziehend.

Wer also ein Bild von Chone haben möchte stelle sich das absolute Chaos vor, mittendrin Memi und ich in einem sensationell schrottigen Auto, zu zweit vorne auf dem Beifahrersitz (der nicht mehr umgeklappt werden kann) neben Ines (der Schuldirektorin mit einem unglaublich großen Herz für ihre Kinder und einer durch und durch guten Seele), wie wir mit ca. 25 km/h durch Chone „flitzen“ (schnelle geht wegen der Schlaglöcher auch gar nicht) und sie alle Welt grüßt und aus dem immer offenen Fenster Anweisungen und Befehle verteilt…

 

Ach ja…was ich ganz vergessen hab…letztes Wochenende waren wir in Puerto Lopez und haben die Isla de la Plata besuchen. Dort hatten wir neben vielen Vögeln und tropischen Fischen auch das Vergnügen mit Buckelwalen und riesen Schildkröten…

Der Weg ist das Ziel

21Sept2012

So meine lieben Leser ;) mit etwas Geduld für das hiesige Internet und meinen etwas vorsintflutlichen Computer melde ich mich zurück…

Ich versuche mal die Ereignisse der letzten Wochen auf das wesentliche zusammen zu fassen. Aufgehört mit meiner Erzählung habe ich vor dem Samstag an dem die Arbeit über Sexualität statt fand. Dieser Tag war sehr interessant und lehrreich. Ich habe mich mit anderen Praktikanten von Ayuda Directa vor allem um die Kinderbeschäftigung gekümmert. Wir haben einen kleinen sportlichen Wettstreit veranstaltet…Dabei ist mal wieder ganz deutlich geworden wie Sport verbindet und noch viel mehr, wie wichtig es hier ist durch solche Aktionen sich den Kindern anzunehmen. Daneben konnte ich aber auch lernen, warum es hier so viele junge Mütter gibt und warum die Familien hier so kinderreich sind. Weit verbreitet ist z. B. dass eine Form von Aspirin „der Mama hilft nicht schwanger zu werden“ oder dass die Pille nur Kopfschmerzen verursacht. Daneben herrscht eine große Scheu davor Verhütungsmittel käuflich zu erwerben, weshalb es dann eben oft einfach auch nicht getan wird. Mal abgesehen von den gesundheitlichen Risiken ist das eine erschreckende Erkenntnis.

Nach einem Wochenende in Quito, wo ich meine Schwester in Ecuador begrüßen konnte und Konni wieder getroffen hab, sind wir alle zusammen nach Esperanza in die Berge. Dort haben wir den unglaublichen Frieden dieses Ortes genossen und die ganze Schule für den bevorstehenden Schulanfang vorbereitet. Wir haben gestrichen, geputzt und aufgeräumt. Nach getaner Arbeit haben wir einen Ausflug nach Salinas de Bolivar unternommen. Das ist eine kleine Stadt in den Anden, die auf eine surreale Art Musterbeispiel für Entwicklungsarbeit sein könnte. Mit Hilfe eines sehr passionierten Priesters hat sich die Stadt zu einer Produktionsstätte für Käse, Schokolade, Öle, Soyaprodukte, Wolle, Fußbälle… gemausert.
Es ist interessant das alles zu sehen und die Fabriken zu besuchen. Gleichzeitig wirkt alles aber auch ein bisschen künstlich.

Auf dem Rückweg nach Quito haben wir einen Abstecher zum „Chimbrazo“ gemacht. Das ist der höchste Vulkan Ecuadors, den wir dann auch tapfer bis zum Refugio auf 5000m bestiegen haben. Ich kann nur sagen: atemberaubend!!! Im wahrsten Sinne des Wortes…

Und nach dieser erlebnisreichen Woche sollte Memi dann auch das ganz andere und verrückte Leben in Chone kennen lernen. Zusammen mit ihr hier anzukommen hat mir mal wieder gezeigt, wie unglaublich herzlich die Leute hier sind.
Seither sind wir hier vor allem mit Administrativen Aufgaben betreut worden. Die Schule muss verschiedene Dokumente an die Regierung abliefern. Dies stößt zum großen Teil auf Unverständnis und Missmut. Es sind vor allem Dokumente die für uns sehr selbstverständlich sind, z.B. eine vollständige Liste über alle eingeschriebenen Kinder…oder einen Evakuationsplan (was sehr sinnvoll ist, da es hier jährlich zu schweren Überschwemmungen oder Erdbeben kommt). Da dies aber früher nicht gefordert war mussten wir in schwerster Kleinarbeit alle Unterlagen zusammensammeln. Die Lehrerinnen waren dabei nicht immer kooperationsbereit und auch auf das Ministerium für Bildung war hierbei kein Verlass.
Dafür haben wir so einen kleinen Einblick in die Politik und deren Abläufe bekommen. Ich weiß nicht mehr wie oft wir jetzt schon im Rathaus waren, und auch für die tausend anderen Projekte die nebenher erledigt werden sollten, um Hilfe gebeten haben. Oft wird uns versichert dass morgen jemand kommt zur Inspektion oder dass Türen, auf die schon mehrere Monate gewartet wird morgen geliefert werden. Ich habe mich mittlerweile schon daran gewöhnt, dass man am nächsten Tag einfach noch mal hin geht und um das gleiche zu bittet…alles ein bisschen zäh und energieraubend… Aber das ist eben Ecuador.

Da wir seit Memis Ankunft in der Schule wohnen, werden wir dafür aber jeden Tag von der ebenfalls dort wohnenden Seniora unglaublich lecker bekocht!
Und seit ich nicht mehr jedes Wochenende nach Quito muss konnte ich auch mal das Meer und den Strand genießen.

So habe ich auch meinen Geburtstag nach einer kleinen Feier in der Schule mit Kuchen für alle, am Strand verbracht. An dieser Stelle DANKE an alle die an mich gedacht haben und mir liebe Nachrichten geschickt haben! Es war schön was aus der Heimat zu lesen! Und weil der Bericht jetzt schon wieder lang geworden ist werde ich beim nächsten mal genauer über Chone berichten. Morgen geht es erstmal nach Puerto Lopez. Von dort aus werden wir eine Wale-Watching-Tour machen und uns die Isla de la Plata anschauen (soll das Galapagos für arme sein ;)).

Bilder beim nächten mal...

Bilder die das Leben schreiben

16Sept2012

Heute gibts mal wieder nur Bilder!...komm gerade nicht dazu mal was aufzuschreiben...und außerdem ist das Internet hier einfach beschissen!Wobei ich gerade mit Blick auf den Pazifik den Sonntag genieße..kann mich also nicht wirklich beschwerden ;)

In Convento:

Fiesta in der Schule:

Mitad del Mundo:

Olimpiadas Especiales:

Training:

Interne Olimpiadas Especial:

   Chone so im Altag:

Auf dieser Seite werden lediglich die 5 neuesten Blogeinträge angezeigt. Ältere Einträge können über das Archiv auf der rechten Seite dieses Blogs aufgerufen werden.